Der falsche Meeting-Raum – und wie man trotzdem „professionell“ wirkt
Es fing harmlos an: Der Laptop war da, die Präsentation auch – nur der Adapter fehlte. Also kurz rüber in den Nebenflur, „zwei Türen weiter“, wie man dir sagte. Du greifst nach der Klinke, trittst ein, lächelst freundlich – und merkst erst dann, dass hier 14 Menschen sitzen, die dich anstarren, als wärst du der externe Experte, auf den alle warten.
Die erste Sekunde entscheidet
In dieser Sekunde passieren zwei Dinge: Dein Gehirn möchte rückwärts wieder rauslaufen. Deine Füße machen aber das Gegenteil und gehen nach vorne. Du murmelst etwas wie „Guten Morgen zusammen“ und setzt dich reflexartig an den nächsten freien Platz – inklusive Notizblock, damit es seriös aussieht.
Das Nicken als Überlebensstrategie
Jemand sagt: „Dann gehen wir direkt in die Roadmap.“ Du nickst. Immer, wenn jemand „Synergien“ sagt, nickst du doppelt. Sobald eine Folie erscheint, stellst du eine neutrale Frage: „Welche Abhängigkeiten seht ihr bis Q3?“ Niemand merkt, dass du eigentlich nur einen Adapter wolltest. Und das Beste: Nach fünf Minuten ist der Raum so tief im Thema, dass du unbemerkt aufstehen kannst – mit einem ruhigen „Ich bin gleich wieder da“.
Draußen im Flur stehst du dann mit dem Adapter in der Hand und überlegst kurz, ob du jetzt wirklich in dein Meeting zurückgehst – oder ob du als „Roadmap-Person“ einfach ein neues Leben beginnst.